ESC Kongress 2023
1 Jänner 001
ESC Leitlinien über das Management von ACS
Lipidmanagement: Die 2023 ESC ACS Leitlinien empfehlen die lipidsenkende Therapie noch während des ACS-Krankenhausaufenthalts für Patient:innen zu intensivieren (siehe Abbildung unterhalb).
Abbildung nach Byrne RA et al. European Heart Journal. 2023. https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehad191
Literatur: Byrne RA et al. 2023 ESC Guidelines for the management of acute coronary syndromes. European Heart Journal. 2023. https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehad191
Evolocumab bei ACS-Patient:innen mit Myokardentzündung
In der randomisierten EVACS-Studie wurden 55 Patient:innen, die einen NSTEMI und ein Troponin-I von ≥ 5 ng/ml oder einen STEMI hatten, innerhalb von 24 h nach Klinikeinweisung mit Evolocumab* (n = 25) oder Placebo* (n = 30) behandelt. Innerhalb von fünf Tagen nach der Randomisierung sowie 30 Tage danach wurde die myokardiale Entzündungsaktivität mittels der 18F-FDG-PET-Technik untersucht. Als Indikator für die Entzündungsaktivität diente der Standardized Uptake Value (SUV), der die Anreicherung der Radionuklide im entzündeten Gewebe anzeigt: je höher der SUV, desto stärker die Entzündung.
Ergebnisse:
Altersmedian 57 Jahre (Anteil Frauen 36 %).
Die prozentuale SUV-Reduktion zwischen Baseline und Tag 30 betrug unter Evolocumab -26,7 (± 20) % und unter Placebo -10,4 (± 36) % (p = 0,04).
Die mittleren SUV-Einheiten waren am Ende des Beobachtungszeitraum bei einem höheren Anteil der Patient:innen in der Evolocumab-Gruppe reduziert (88 % versus 60 % in der Placebogruppe, p = 0,03).
* In Kombination mit einer lipidsenkenden Standardtherapie (Statin)
Literatur: Ziogos E et al. Proprotein Convertase Subtilisin/kexin Type 9 (PCSK9) Inhibition with Evolocumab Decreases Myocardial Inflammation in Individuals with Acute Coronary Syndrome (ACS). Abstract auf dem ESC-Kongress, 25. bis 28. August 2023, Amsterdam.
Abkürzungen: ACS = akutes Koronarsyndrom; 18F-FDG-PET = 18F-Fluorodesoxyglucose-Positronenemissionstomografie; NSTEMI = Nicht-ST-Hebungsinfarkt; STEMI = ST-Hebungsinfarkt.
Lp(a) als Risikofaktor für atherosklerotisch bedingte Extremitätenischämien
Bonaca et al. untersuchten den Einfluss erhöhter Lp(a)-Spiegel auf schwere extremitätenbezogene Ereignisse (MALE, Major Adverse Limb Events) bei Patient:innen mit stabiler ASCVD. Dabei ging es auch um die Frage, ob Lp(a) primär Risikofaktor für vorwiegend thrombotisch bedingte MALE (z. B. akute Extremitätenischämien, ALI) oder für vorwiegend atherosklerotisch bedingte MALE (z. B. kritische Extremitätenischämien, CLI) ist.
Ergebnisse:
Es gingen Daten von 28.892 Patient:innen aus den Studien TRA2P-TIMI 50 und FOURIER ein. Der kombinierte MALE-Endpunkt umfasste periphere Revaskularisationen, CLI und ALI.
Der mediane Lp(a)-Wert lag bei 36 nmol/l (IQR 12–159). Im Beobachtungszeitraum traten 1.336 MALE auf, darunter 1.307 periphere Revaskularisationen, 259 CLI und 148 ALI.
Lp(a) war mit einem erhöhten MALE-Risiko assoziiert. Diese Assoziation betraf auch das Risiko für MACE in einem ähnlichen Ausmaß:
adjustierte Hazard Ratio für MALE: 1,07 (p = 0,007)
adjustierte Hazard Ratio für MACE: 1,05 (p = 0,020)
Das erhöhte MALE-Risiko war maßgeblich durch periphere Revaskularisationen (einschließlich elektiver Eingriffe) getrieben.
Es gab auch einen konsistenten Trend für eine Assoziation zwischen Lp(a) und CLI-Ereignissen. Der Zusammenhang zwischen Lp(a) und ALI-Ereignissen war dagegen unklar.
Literatur: Bonaca M et al. Lipoprotein(a) and the risk of major adverse limb events in patients with stable atherosclerotic vascular disease. Abstract auf dem ESC-Kongress, 25. bis 28. August 2023, Amsterdam
Abkürzungen: Lp(a) = Lipoprotein (a); ASCVD atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankung;
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